*** Pressemitteilung *** Kürzung bei Familienzentren gefährdet Kinderschutz – Petition und wachsender Protest zeigen: Die Sorge ist groß!

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreistag Potsdam-Mittelmark

*** Pressemitteilung ***

Kürzung bei Familienzentren gefährdet Kinderschutz – Petition und wachsender Protest
zeigen: Die Sorge ist groß!

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark plant im Haushaltsentwurf 2027 eine weitere Kürzung der Mittel für Familienzentren um 500.000 Euro – von 1,277 Millionen auf 777.100 Euro. Im Entwurf werden die Familienzentren dabei als „Förderprogramm für Treffpunkt Jung und Alt“ geführt. Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN widerspricht dieser abwertenden Darstellung entschieden und fordert die sofortige Rücknahme der Kürzung. Familienzentren sind eine wichtige niedrigschwellige Anlaufstelle für Familien und Senioren. Sie stützen die Frühe Hilfen genauso wie sie der Vereinsamung älterer Menschen entgegenwirken. Die vernetze Arbeitsweise mit der Jugendhilfe und anderen Institutionen in Verbindung mit den vielfältigen Angeboten ist im gesamten Landkreis unverzichtbar. „Kürzungen treffen direkt unsere vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen: Kinder und Senioren. Da machen wir nicht mit!“, sagt die Fraktionsvorsitzende Myriam Krawczyk.

Bürger*innenprotest wächst: Petition und direkte Anfragen an Abgeordnete
Die geplante Kürzung löst in der Bevölkerung große Beunruhigung aus. Immer mehr Eltern wenden sich in großer Sorge an die Kreistagsabgeordneten, und eine Online-Petition unter www.change.org/p/familienzentren-in-werder-und-potsdam-mittelmark-erhalten-stoppt-die-kürzungen fordert den Erhalt der Familienzentren, insbesondere in Werder (Havel). Für viele Eltern sind diese Einrichtungen zentrale Ankerpunkte, um Unterstützung zu erhalten und in der Gemeinschaft anzukommen. „Die Familienzentren sind für viele Eltern der einzige niedrigschwellige Zugang zu Hilfe, bevor Krisen eskalieren. Familien dürfen mit ihren begründeten Ängsten nicht alleine gelassen werden. Dass der Unmut immer lauter wird, ist berechtigt“, erklärt Christina von Thaler, Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Die Kreistagsfraktion unterstützt die Petition.

Prävention wird bestraft statt belohnt
Familienzentren sind kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern erfüllen gesetzliche Pflichtaufgaben im Kinderschutz und in den Frühen Hilfen. Potsdam-Mittelmark hat landesweit die wenigsten kostenintensiven Fälle in der Kinder- und Jugendhilfe – nicht obwohl, sondern weil die Familienzentren Krisen frühzeitig abfangen. Bundesdaten belegen: Die Ausgaben für Hilfen zur Erziehung sind von 4,72 Mrd. € (2000) auf 11,59 Mrd. € (2021) gestiegen – Tendenz weiter steigend. Prävention ist der einzige Weg, diese Kostenexplosion zu bremsen. „Wer jetzt bei der Prävention kürzt, zahlt in wenigen Jahren ein Vielfaches bei den Hilfen zur Erziehung drauf. Das ist Kürzung am Wohlergehen unserer Kleinsten. Mit uns nicht zu machen.“, betont Krawczyk.

Breites Bündnis warnt vor den Folgen
Ein Bündnis aus Diakonie Potsdam-Mittelmark, Caritas, AWO, dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk sowie verschiedenen Kommunen und Trägern warnt in einem gemeinsamen Positionspapier vor Schließungen und dem Wegfall präventiver Angebote, insbesondere in ländlichen Regionen. Auch die Bundespolitik bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung: Die SGB-VIII-Novelle sieht eine ausdrückliche Stärkung der Angebote nach § 16 SGB VIII vor.
Die Fraktion fordert:

  • Erhalt der Finanzierung der Familienzentren auf dem Niveau von 2026.
  • Eine korrekte Darstellung der Familienzentren als Einrichtungen zur Erfüllung gesetzlicher Pflichtaufgaben im Haushaltsentwurf.

„Der Landkreis muss sparen – aber nicht an der erfolgreichsten Präventionsstruktur, die wir haben. Das verschärft die Haushaltskrise mittelfristig, statt sie zu lösen. Die wachsende Unterstützung für die Petition und die vielen besorgten Rückmeldungen zeigen: Die Menschen im Landkreis wollen diese Struktur nicht verlieren“, schließt von Thaler.

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