Gedenken und Innehalten am Bahnhof Rehbrücke zum Tag der Opfer des Faschismus

Am 13.9. fand wie jeden zweiten Sonntag im September der Tag des Gedenkens an die Opfer des Faschismus statt. Wir trafen uns am Mahnmal für das Zwangsarbeiterlager am Bahnhof Rehbrücke und säuberten den Gedenkort. Anschließend fand unsere Sprecherin Angelika Grünberg folgende Worte:

„Liebe Mitbürger*innen, liebe Gäste,

wir stehen heute hier in Bergholz-Rehbrücke an einem Ort, der uns an eine der dunkelsten Zeiten unserer Geschichte erinnert. Wir gedenken der Menschen, die hier unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Dieser Ort ist ein stummer Zeuge für die Grausamkeit eines Systems, das Menschen entmenschlichte, ausbeutete und vernichtete.

Der heutige Gedenktag für die Opfer des Faschismus ist weit mehr als ein Rückblick auf vergangenes Leid . Er ist eine Mahnung an uns alle. Die Geschichte lehrt uns, dass Faschismus nicht plötzlich vom Himmel fällt, sondern dort wächst, wo Hass gesät wird und demokratische Leitplanken bröckeln.

Wenn wir heute auf die aktuellen Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt blicken, dürfen wir nicht wegschauen. Wenn rechtsextreme Kräfte zulegen und nationalistische Rhetorik wieder salonfähig wird, ist das ein Warnsignal, das wir ernst nehmen müssen. Es zeigt uns, dass die Arbeit der Erinnerung niemals abgeschlossen ist. Die Gefahr von rechtsextremen Bewegungen macht deutlich, wie essenziell es ist, die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten, um die Demokratie von heute zu schützen .

Gedenken bedeutet nicht nur, Blumen niederzulegen. Gedenken bedeutet, heute aktiv zu werden. Es bedeutet, Zivilcourage zu zeigen, wenn Nachbarinnen oder Kolleginnen diskriminiert werden. Es bedeutet, eine Gesellschaft zu gestalten, in der Vielfalt als Stärke und nicht als Bedrohung gesehen wird.

Lassen wir uns vom Geist des Widerstands inspirieren, der schon damals gegen die Unterdrückung aufbegehrte. Halten wir zusammen: gegen den Faschismus, gegen Hass, gegen Ausbeutung.

Vielen Dank.“

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